Fahrbericht
Der Skoda Superb reiht sich ein in die Phalanx der oberen Mittelklasse Limousinen. Er blickt auf eine lange Tradition des Namens zurück, mit dem bei Skoda immer die luxuriösen Oberklassemodelle bedacht worden waren. Nun wenn es um das Platzangebot geht, müssen seine Konkurrenten wohl schamhaft erröten und neidlos dem Superb den Platz ganz oben auf dem „Stockerl“ zugestehen. Was sich da den Blicken beim Öffnen der hinteren Türe darbietet, ist vom Raumangebot her kaum zu übertreffen. Selbst ein Rolls muss sich da anstrengen, hier mitzuhalten.
Der Kofferraum setzt mit 565 Liter Volumen, Maßstäbe in der Klasse, und nicht nur in dieser. Für den Zugang zu ihm, hat sich Skoda was einfallen lassen. Drückt man die Taste auf der Fernbedienung öffnet sich die Kofferraumklappe wie bei einer „normalen“ Limousine. Will man größere Teile einladen, ist ein Druck auf die Taste rechts unter der Heckklappe zu empfehlen. Ein kurzes Werkeln eines E-Motors und dann blinkt die dritte Bremsleichte einmal kurz auf. Nun lässt sich die Heckklappe wie bei einem Fastback inklusive der Heckscheibe nach oben schwenken. Werden dazu noch die asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen umgeklappt stehen 1670 Liter zum Beladen zur Verfügung.
Als Antriebsquelle diente uns der 1.8 Liter Vierzylinder Turbomotor, der hier 160 PS leistet und diese über ein 7-Gang DSG an die Vorderräder abgibt. Nicht gerade viel für so ein Schiff sollte man meinen, aber durch die Abstufung der 7 Gänge hat man immer reichlich Kraft zur Verfügung. 220 Km/h Spitze und 8,6 Sekunden für den Sprint auf die 100er Marke zeigen, dass man zügig unterwegs sein kann. Bei ruhiger Fahrt lässt sich ein Verbrauch von knapp 8 Litern auf 100 Km verwirklichen, bei zügiger Fahrweise wird ein D-Zug Zuschlag fällig und man bleibt so knapp unter 11 Litern.
Platz hat man ja reichlich, wie steht’s mit der Bequemlichkeit. An den Sitzen gibt es nichts auszusetzen, die Klimaanlage arbeitet ebenfalls zur Zufriedenheit der Passagiere. Wer nun allerdings einen Federungskomfort ala Rolls Royce erwartet, sieht sich enttäuscht. Das Standard Fahrwerk ist eher auf die sportliche Seite hin abgestimmt, Querfugen nimmt man deutlich war. Dafür gibt es aber auch kein Schaukeln oder Neigen in den Kurven. Diese lassen sich mit dem Superb recht forsch angehen, die präzise Lenkung unterstützt hier den Fahrer. Er bleibt lange neutral, bevor dann das Esp die Untersteuerneigung einfängt.
Auf der Bremse merkt man dann das Gewicht des Superb, es ist aber dank der exakt ansprechenden und zu packenden Scheibenbremsen gut beherrschbar.
Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet schnell und ruck frei, über Paddel am Lenkrad oder mit dem Schalthebel ist der manuelle Eingriff in den sonst automatischen Schaltvorgang gegeben. Im Sportmodus werden die Gänge übertrieben lange gehalten, der Normalmodus schaltet früh hoch und ermöglicht so eine spritsparende Fahrweise. Würde man dem Superb die 2.0 Liter TSI Maschine gönnen, könnte man bei mehr Dynamik auch noch den Verbrauch drücken. Hier ist Skoda wohl die kleine Schwester, die erst mal die abgelegten Kleider der großen Schwester auftragen muss. Erfreulicherweise darf man aber auch den neuen 2.0 Commonrail Diesel mit 170 PS verwenden, ein zeitgemäßes und adäquates Triebwerk.
Die Verarbeitungsqualität des Superb ist wie sein Name, die verwendeten Materialien wirken hochwertig. Die Instrumente sind klar gezeichnet und die Bedienung ist problemlos.
Den Superb kann man ab 23.250 Euro als 1.4 TSI erwerben. Beachtenswert ist der geringe Aufpreis (995 Euro, in der Elegance Ausstattung Serie) für das dynamische Bi Xenon Licht.
HJE/Auto-Magazin24.de