Bericht
Was macht der Zahnriemen
Der Zahnriemen ist ein „Steuerriemen“ und treibt die Nockenwellen an. Die wiederum bewegen die Ein- und Auslassventile für die Verbrennungsprozesse im Motor.
Bei unserem 2.5 TDI V6 Audi gibt es einen weiteren kleineren Riemen, der die Einspritzpumpe antreibt.
Es ist daher sehr wichtig, dass der Zahnriemen perfekt sitzt und somit die Ventile zur richtigen Zeit öffnen und schließen. Wäre das nicht der Fall, kann es passieren dass die Ventile hart auf den Kolbenboden schlagen und daraus ein kapitaler Motorschaden entsteht. So etwas kann eintreten, wenn der Riemen verschlissen ist und sich die Zähne „abschaben“ oder er im schlimmsten Fall reißt. Das Einhalten der Wechselintervalle ist daher genau einzuhalten. Unser A6 hat einen 2.5 Liter V6 TDI als Antriebsaggregat, hier sieht der Serviceplan einen Wechsel alle 120.000 km vor.
Die Servicestellung
Audi schreibt laut Reparaturanleitung, man solle die Front in Servicestellung bringen, gut 10 cm Luft sind nicht wirklich viel, also haben wir „Servicestellung 2.0“ eingeführt: Front ab.
Mit etwas Übung geht das innerhalb einer halben Stunde. Zunächst sollte man die Räder runter nehmen, dann die Radhausschalen ausbauen. Danach kommt man bequem an 3 Schrauben auf jeder Seite, mit der die Frontschürze befestig ist, natürlich muss man auch die restlichen vorne dran entfernen, unter anderem zwei lange Imbusschrauben, diese bilden den Haupthalt. Ist die Schürze ab wird man um das Abbauen des Kühlers nicht herum kommen, wir habens jedenfalls gemacht. Also vorher absichern, dass man genug Kühlmittel da hat, es macht Sinn das auch gleich mit zu wechseln.
Nachdem nun alles freigelegt ist, geht’s ans OT suchen, meist eine Markierung auf der Nockenwelle, die man durch den Öleinfüllstutzen sehen kann. Mittels eines rechtgroßen Schraubenschlüssels kann man den Motor über die Kurbelwelle drehen bis die Markierung zu sehen ist.
Nun sollte man Markierungen mit einem Weißen Stift setzten, um später wirklich alle Zahnräder richtig stehen zu haben.
Audi schreibt Spezialwerkzeug vor, das einzige was wir gebraucht haben, war ein Splint, der aber bei einer Spannfeder dabei war. Einen Schraubenschlüssel haben wir selbst bauen müssen, da man eine Mutter nicht mit einem normalen Ringschlüssel abbekommt außerdem muss man die Schraube, auf der die Mutter sitzt mit einem Imbus gegen halten, zudem liegt die Mutter versenkt, also etwas verzwickt.
Die Teile
Man sollte beim Zahnriemen auf keinen Fall geizig sein und nur den Riemen wechseln, es sollten alle Spannrollen, das Thermostat und die Wasserpumpe ausgetauscht werden, unterm Strich kommt das günstiger, als die ganze Arbeit nochmal zu machen (oder machen zu lassen) denn Wapu… und Thermostat sitzen so, dass der komplette Riemen runter muss und gehen auch gern mal kaputt.
Es empfiehlt sich ebenfalls die Keilriemen mit zu tauschen, jetzt kommt man da auch gut hin.
Wir haben ein Zahnriemen-Kit von
Conti-tech verwendet, es zeichnet sich durch erstklassige Qualität aus und sollte die nächsten 120.000 km halten. Von sogenannten No-Name Kits raten wir ab, hier besteht die Gefahr, dass der Riemen oder auch eine Rolle VOR dem Wechselintervall reißt.
Die Wasserpumpe lieferte
Quinton-Hazell, sie erfüllt sämtliche Anforderungen und sollte ebenfalls bis zum nächsten Intervall halten.
Ölwechsel
Stimmt, da war noch was, der Ölwechsel. Den haben wir auch gleich mit gemacht, wir haben hier
Liqui Moly Öl und überdies hinaus noch eine
„Diesel Spülung“ sowie
„Motor Protect“ verwendet.
Zeitfaktor und Preis
Man sollte sich auf jeden Fall für die Arbeiten einen ganzen Tag Zeit nehmen und ein bis zwei Kumpels einspannen (unter Umständen für deren Verpflegung sorgen), wenn man sich für die Arbeiten genug Zeit nimmt und alle Schritte vorher studiert, schafft man das ganze auch ohne Werkstatt. Wer aber nun gar keine Ahnung hat, oder nicht mal einen Reifen gewechselt bekommt, sollte dringend eine Fachwerkstatt damit beauftragen. Aber auf jeden Fall Preise vergleichen, und nach Möglichkeit umhören, wie die jeweilige Werkstatt arbeitet, da es ja um eine existenzielle Sache für den Motor geht!
Materialpreise belaufen sich um die 500 Euro, damit sollte man auf jeden Fall rechnen, mit Arbeit dürften es ca. 1200 Euro werden, jedenfalls beim Audi V6 TDI.