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Piepshow
Martialisch war gestern, gesittet aber doch kraftvoll kommt der aktuelle Mitsubishi Lancer Evolution in der zehnten Generation daher. Wir haben getestet ob er dennoch den Biss vermittelt, für den die Bezeichnung „Evolution“ bürgt........von Klaus Eibel
Beim Einsteigen fällt schon auf, dass der Evo-Fahrer auf keinen Komfort verzichten muss, Navi, Sitzheizung, automatische Klimaregelung und Xenon-Licht, alles da. Wo liegt also der Unterschied? Da wären zunächst Recaro Sitze mit Leder und Alcantara überzogen, sie greifen sich gleich den Fahrer und Beifahrer und lassen beide nicht so schnell los. Der Blick schweift durchs Cockpit und bleibt am Automatikwählhebel hängen, richtig gelesen, Automatikwählhebel.
Aber hier arbeitet keine Altherren Wandlerautomatik sondern ein Doppelkupplungsgetriebe, Mitsubishi nennt es Twin-Clutch Sport Shift Transmission kurz: TC-SST. So sind kurze Schaltzeiten garantiert.
Also auf D schalten und man wird, dank Allradantrieb, ohne Gequietsche in 6,3 Sekunden - ohne Zugkraftunterbrechung- auf Tempo 100 katapultiert. Auf Wunsch relativ komfortbetont oder sportlich bis rennstreckenähnlich, die Schaltcharakteristik lässt sich per Schalter am Wählhebel in 3 Stufen wählen. Wobei S-Sport eher für die Rennstrecke denn für die Stadt gedacht ist, hier werden die Gänge sehr lange gehalten und der Schaltvorgang geht mit einem knallhartem Ruck von statten. Man könnte fast Mitleid mit dem Antriebsstrang bekommen. Das Ende des Vortriebs ist bei 242 km/h erreicht.
Nun aber zur Kraftquelle, die ist, wie schon bei den Vorgängern ein 2 Liter Vierzylinder mit Turboaufladung. Das Aggregat erzeugt eine Leistung von 295 PS und 366 Nm, beachtlich, bedenkt man den kleinen Hubraum und die vier Zylinder.
Aber wo viel raus kommt fließt auch viel rein. So genehmigt sich der kompakte Block gut und gern 20 Liter Super Plus, es können aber auch 30 werden, leider etwas unverständlich, lassen sich andere 2 Liter Turbos doch mit erheblich weniger Kraftstoffeinsatz schnell bewegen.
Dennoch besticht der Motor durch Drehfreudigkeit und das bis in den Begrenzer.
Damit die Kraft aber jederzeit zu bändigen ist, gibt Mitsubishi dem Evo kraftvolle Brembo Bremsen mit, vorne packen 4-Kolben und hinten 2-Kolbenzangen zu, und das jederzeit ohne Fading. Begünstigt wird die sehr gute Bremsleistung durch eine ausgeklügelte Belüftung, woran auch die seitlichen Kiemen ihren Anteil haben, denn diese sind nicht zur Show montiert.
Auf trockenem Asphalt krallen sich die Reifen förmlich in den Asphalt. Bei Nässe kann der Japaner aber ganz schön zickig werden und sollte also dann mit Vorsicht genossen werden.
Wenn es zu brenzlig wird haut einen das ESP aber wieder raus, aber natürlich auch nur soweit es die Physik zulässt.
Kommen wir zur Alltagstauglichkeit, die ist gar nicht so schlecht. Die Rückbank bietet den gleichen Platz wie die des normalen Lancers und ist ausreichend groß für zwei Erwachsene.
Im Kofferraum sieht’s da nicht ganz großzügig aus, hier musste die Batterie und der Wischwasserbehälter untergebracht werden, natürlich nicht in den seitlichen Fächern, sondern zwischen Rückbank und Kofferraum, also kann man den Kofferraum durch umklappen der Rückenlehnen auch nicht erweitern. Der restliche Platz reicht zwar für den normalen Alltag, aber für längere Urlaubstouren mit 4 Personen sieht’s bei 288 Litern eher schlecht aus.
Als sehr nervig stellte sich allerdings eine Eigenheit des Mitsubishi heraus: bei jedem Ereignis piept es. Am schlimmsten beim Rückwärtsfahren, nein, hier macht sich keine Einparkhilfe bemerkbar, es piept einfach, so wie ein Müllauto beim Rückwärtsfahren, den tieferen Sinn konnten wir jedoch nicht entdecken, vielmehr überkommt einen der Wunsch den zuständigen Lautsprecher raus zu reißen.
Kommen wir zum Preis, den Lancer Evolution bekommt man ab 45.950,- Euro, unser Testwagen in der komplettausgestatteten „MR“ Ausführung kommt auf 53.850,- Euro.
 
 
 
 
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