Bericht
Der Kraftstoff wird bei diesen Motoren mit Drücken von bis zu 200 bar über hochfeine Einspritzdüsen erst unmittelbar vor der Zündung direkt in den Brennraum eingespritzt – eigentlich versprüht. Dabei entsteht eine kühlere Benzin-Luft-Gemischwolke mit höherer Dichte, die einen energiereicheren, effizienteren und damit auch saubereren Verbrennungsprozess ermöglicht.
Angaben von Ford zufolge sinken Verbrauch und Kohlendioxid-Emissionen um bis zu 20 Prozent, bei gleichzeitiger Erhöhung der Leistung um zehn Prozent. Der Drehmomentverlauf erinnert dabei an den eines Dieselmotors. Der Kunde, der einen EcoBoost-Motor wählt, bekommt also ein Triebwerk mit der Sparsamkeit und Durchzugskraft eines Selbstzünders und der Laufruhe und Dynamik eines konventionellen Benziners, der auch bei hohen Drehzahlen noch Power hat.
Bei Ford Amerika ist die neue Technik bereits seit einem Jahr im Einsatz – und zwar im Lincoln MKS, unter dessen Haube ein 3,5-Liter-EcoBoost-V6-Motor arbeitet, der das stattliche Drehmoment von 461 Nm und eine Leistung von 340 Pferdestärken mobilisieren kann. Für Europa wurde zunächst ein Vierzylinder 2.0 EcoBoost SCTi mit einer Leistung von 149 kW/203 PS entwickelt, und zwar für S-Max, Galaxy und Mondeo. Das neue Aggregat ersetzt den 2,5-Liter-Fünfzylinder.
Der S-Max 2.0 EcoBoost SCTi beschleunigt in 8,5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitze von 221 km/h. Als Durchschnittsverbrauch gibt Ford 8,1 Liter auf 100 Kilometern an. Dieser Wert sollte bei moderater Fahrweise auch erreichbar sein – im Kurztest, der über Stadt- und Landstraßen führte, wurden 8,5 Liter angezeigt. Der Antrieb bringt eine Menge Kraft schon aus dem Drehzahlkeller und gibt sich durchweg agil. Das maximale Drehmoment von 300 Nm wird bereits bei 1750 U/min erreicht und bis 4500 U/min durchgehalten.
Das Fahrzeug ist mit dem neuen Sechsgang-Direktschaltgetriebe PowerShift ausgestattet, das hervorragend zum EcoBoost-Motor passt. Wie von Ford inzwischen erwartet wird, bietet der S-Max zudem ein ausgezeichnetes Fahrwerk, das auch in scharf gefahrenen Kurven ein sicheres Gefühl vermittelt. Es ist zwar straff, aber keineswegs unkomfortabel. Der S-Max 2.0 EcoBoost SCTi ist allerdings erst ab der Titanium-Ausstattung zu haben und kostet damit 34 400 Euro.
Ford wird nach den Worten von Dr. Andreas Schamel, Geschäftsführer des Ford Forschungszentrums in Aachen und Chefingenieur für Forschung und Entwicklung des Antriebsstranges, die Reihe der EcoBoost-Motoren kontinuierlich erweitern. „Schon in Kürze kommt ein 1,6-Liter-EcoBoost-Motor auf den Markt – im neuen Ford C-Max. Und für den neuen Focus, der Anfang nächsten Jahres debütiert, ist ein 1,0-Liter-Dreizylinder entwickelt worden, der mehr als 100 PS leisten und mehr Fahrspaß als ein 1,6-Liter-Motor bieten wird“, verspricht Schamel.
EMB