Bericht
Vor zwei Jahren wurde das erste Infiniti-Zentrum in Paris eröffnet, danach ging es Schlag auf Schlag. Im Februar konnte in Dresden das erste Zentrum des japanischen Herstellers in den neuen Bundesländern eingeweiht werden – eher eine exklusive Event-Location als ein konventionelles Autohaus. Das soll es auch nicht sein: Infiniti hat das Motto „Klasse statt Masse“ herausgegeben und will dem in jeder Hinsicht entsprechen.
„Wir sind der Meinung, dass individuelle Kundenansprache und umfangreicher Service eine entscheidende Rolle in der emotionalen Kundenbindung spielen”, erklärt Reinhard Döhner, Manager des Infiniti Zentrums Dresden. Deshalb habe er auch keine Sorge, dass sich „solche Autos wie unsere auch in solchen Zeiten wie diesen verkaufen lassen. Das Center war noch nicht eingeweiht, und wir haben schon vier Fahrzeuge verkaufen können“, betont er. Dabei wolle man nicht ernsthaft die etablierten deutschen Edelmarken angreifen, sondern eine Alternative zu ihnen sein.
Die Modellpalette von Infiniti ist übersichtlich: Es gibt zwei Crossover, eine Limousine, ein Coupé und seit knapp einem Jahr auch einen Offenen – das viersitzige Cabrio G 37, das zu Preisen ab 50 800 Euro verkauft wird. Es baut auf der Coupé-Basis der Baureihe auf und hat natürlich ein Dach zum Öffnen. Im Falle des G37 ist es ein dreiteiliges Metall-Klappdach, das sich in jeweils 28 Sekunden automatisch öffnen und schließen lässt – allerdings leider nur, wenn es steht. Trotz der aufwändigen Dachkonstruktion wirkt das Heck des G37 Cabrios nicht ausladend – nicht zuletzt dank der verbreiterten Spur.
Das Styling des 4,66 Meter langen Zweitürers ist damit insgesamt ebenso schnittig wie elegant – es ist ein Fahrzeug, mit dem man auffällt. Unter seiner Haube ist der aus dem Coupé bekannte 235 kW/320 PS starke 3,7-Liter-V6-Benziner mit stufenlos variabler Ventilsteuerung aus Nissan-Regalen zu Gange. Die Kraft wird serienmäßig über ein manuelles Sechsganggetriebe an die Hinterräder geleitet. Auf Wunsch und gegen einen Aufpreis von 2150 Euro ist auch ein Siebenstufen-Automatikgetriebe lieferbar, das hervorragend zum Konzept des Fahrzeugs passt.
Natürlich bietet das G37 Cabrio auch eine Menge Fahrspaß, wobei das Fahrwerk etwas härter abgestimmt und die Lenkung etwas direkter sein könnte. Der Sound ist klasse, und es ist einfach toll, mit diesem Fahrzeug durch die Gegend zu cruisen. Der starke Motor mit seinen 360 Newtonmetern Drehmoment bringt das rund 1,9 Tonnen schwere Gerät in 6,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100; die Spitze ist auf 250 km/h elektronisch begrenzt.
Realistisch gesehen, ist das G37 Cabrio eher ein Lustkauf: Seine praktischen Seiten sind kurz. Vorn haben die Passagiere wirklich ordentlich Platz und können es sich auf den elektrisch einstellbaren Ledersitzen bequem machen. Hinten wird es eng. Extrem eng geht es im Kofferraum zu, wenn das Dach geöffnet ist. Bei geschlossenem Dach passen 366 Liter Gepäck unter die Heckklappe. Und das Fahrzeug braucht häufiger einen Boxenstop an der Tanke: Nach Herstellerangaben, also eher theoretisch, laufen 11,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern durch. In der Praxis sind es gut zwei Liter mehr.
Jedoch spielt der Komfort bei diesem Fahrzeug wie bei jedem Infiniti-Modell eine große Rolle: So ist das G37 Cabrio serienmäßig mit einer Zwei-Zonen-Klimaanlage ausgestattet, die automatisch auf die Stellung des Daches und die Geschwindigkeit reagiert. Auch eine Rückfahrkamera, Xenonlicht sowie die komplette Sicherheitsausstattung mit ausfahrbarem Überrollbügel gehören zum Lieferumfang. Gegen Extra-Zahlung gibt es klimatisierte Vordersitze und Lautsprecher in den Kopfstützen.
EMB