Bericht
An Länge hat der neue Cayenne knapp fünf Zentimeter zugelegt, die sich vor allem im längeren Radstand bemerkbar machen – damit verbessert sich das Platzangebot. Und man sollte es nicht glauben: Die wenigen Zentimeter – in Einheit mit leichten gestalterischen Veränderungen – bewirken, dass das Fahrzeug gestreckter, dynamischer wirkt als sein Vorgänger, der seit 2003 auf dem Markt ist. Die Rückbank kann um 16 Zentimeter in der Länge verschoben werden, die Neigung der Rückenlehnen lässt sich verstellen – damit wird das Reisen in der zweiten Reihe noch kommoder. Im Innenraum mit seinem eleganten Ambiente fällt vor allem die neu gestaltete Mittelkonsole auf – mit integriertem Schalthebel und dem jetzt zentral angeordneten Drehzahlmesser.
Die Karosserie ist wie beim Vorgänger selbst tragend, so dass das Fahrzeug hohen Straßen-Komfort bieten kann. Für die nötige Sicherheit im Gelände wurde die Karosserie in bestimmten Bereichen verstärkt. So ist es tatsächlich möglich, mit dem eleganten Cayenne schwerstes Gelände zu bewältigen. Damit dies gelingt, gehören natürlich auch der entsprechende Antrieb und ausgeklügelte Geländetechnik unter das Blechkleid. Erfreulicherweise ist das Fahrzeug auch gleich vom Start weg mit einem effizienten Dieselaggregat im Angebot. Gegenüber dem Vorgänger konnte dessen Verbrauch um 20 Prozent – von 9,3 auf 7,4 Liter pro 100 Kilometer – gesenkt werden. Das liegt zum einen an innermotorischen Veränderungen, vor allem aber daran, dass der Motor serienmäßig mit der neu entwickelten Tiptronic S mit Start-Stop-Funktion – übrigens die erste Tiptronic mit acht Stufen – kombiniert wird.
Schon auf ersten Probekilometern zeigte sich: Der Motor mit seinem bärenstarken Drehmoment von 550 Nm passt hervorragend zum Cayenne. Das fand jetzt auch eine Jury-Urteil von 150 Fuhrpark-Managern, die insgesamt 55 Fahrzeugmodelle in neun Kategorien getestet haben und dem Porsche Cayenne Diesel den Preis als „Firmenauto des Jahres 2010" in der Kategorie Große Geländewagen/SUV verliehen haben. Sie bewerteten neben Fahrverhalten und Komfort auch die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge. Dabei konnte die Cayenne-Diesel-Version extra punkten.
Aber auch der Basis-Benziner wurde optimiert und bleibt nun, trotz einer um zehn PS gesteigerten Leistung (220 kW/300 PS) und einem um 15 Nm höheren Drehmoment (400 Nm bei 3000 U/min) deutlich sparsamer. Während der Cayenne V6 mit dem serienmäßigen Sechsgang-Handschalter durchschnittlich 11,2 Liter auf 100 Kilometern konsumiert, begnügt er sich als Automatik-Version mit 9,9 Litern. Insgesamt trägt zum sparsameren Verbrauch nicht zuletzt die Gewichtsreduzierung des Fahrzeugs bei. Der vollständig überarbeitete Achtzylinder-Motor ist in den Leistungsstufen 294 kW/400 PS und 368 kW/500 PS – als Turbo – erhältlich und verfügt ebenso wie die Sechszylinder über die neuen technologischen Features zur Verbrauchsreduzierung.
Lang erwartet und nun in den Schauräumen der Porsche-Händler zu sehen ist der Cayenne Hybrid, dessen Sechszylinder per Kompressor aufgeladen wird und 245 kW/333 PS leistet. Zur Gesamtleistung von 279 kW/380 PS trägt der Elektromotor bei. Eine Nickel-Metallhydrid-Batterie, die die Antriebsenergie des E-Motors speichert, ist in der Reserveradmulde untergebracht. Je nach Fahrsituation arbeitet nur einer der beiden Antriebe oder aber beide gemeinsam – etwas mehr als zwei Kilometer kann der Cayenne Hybrid rein elektrisch fahren und erreicht damit maximal Tempo 60. Die Start-Stopp-Automatik bewirkt, dass sich der Motor bei einem Halt des Fahrzeugs – beispielsweise an der Ampel oder im Stau – automatisch abstellt. Genauso automatisch zündet er wieder, sobald der Fahrer das Gaspedal betätigt.
Insgesamt wird vom Hybriden ein maximales Drehmoment von 580 Nm bereitgestellt, und das bereits bei 1000 U/min. Damit bringt das Fahrzeug mit seinem Sechszylinder die Fahrleistungen eines Achtzylinders. In 6,8 Sekunden soll es von Null auf Tempo 100 sprinten. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs, das per Tiptronic S die acht Gänge wechselt, liegt bei 8,9 Litern Super auf 100 Kilometern. Auf ersten Probefahrten mit dem Cayenne Hybrid zeigten die Momentan-Verbrauchswerte bei disziplinierter Fahrt, dass man mit diesem Fahrzeug wirklich sehr sparsam unterwegs sein kann.
Allerdings muss man aufpassen, dabei nicht zum ausrollenden Hindernis zu werden. Es ist schwer zu vermitteln, dass ein Bolide von der Art eines Cayenne vor sich hin trödelt und nicht die erstbeste Gelegenheit zu einem Zwischenspurt ergreift. Doch das kann man selbstverständlich mit dem Cayenne Hybrid auch: Ein beherzter Druck aufs Gas – und schon bringt die Kraftmaschine das reichlich zwei Tonnen schwere Gerät auf Touren. Keine Spur behäbig oder schwerfällig, sondern spontan und agil setzt sich das Fahrzeug sowohl auf der Straße, als auch abseits davon in Bewegung.
EMB