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Fahrbericht smart fortwo Citycabrio
Der Hoffnungsträger

Nach Pleiten, Pech und Pannen bei smart, nach der Einstellung des forfour und des Roadsters hat man nur noch einen Pfeil im Köcher, um das Überleben der Firma zu verteidigen: den smart fortwo als City Coupe und City Cabrio. Der Jahreszeit gemäß ist das Cabrio mit 61 PS starkem Benziner bei uns im Test.
Der Sommer hat sich allerdings erst in den letzten Testtagen hinter den tief hängenden Regenwolken hervor getraut. Aber der Regen hatte auch sein Gutes, denn wir konnten uns so von der Dichtheit der gut gedämmten Stoffmütze überzeugen. Also los: Dach auf, die seitlichen Holme raus und in der Halterung der Heckklappe verstaut und das Dach von Hand ganz nach hinten geklappt. Wer es ganz luftig mag, kann auch noch das Windschott abknüpfen und mit den elektrischen Fensterhebern die Seitenscheiben in den Türen versenken. Dann wird’s allerdings richtig luftig. Wer weniger Zug mag, kann mit dem Verdeck, das auch als elektrisches Schiebedach funktioniert, solange spielen, bis er seine optimale Art der Belüftung gefunden hat.


Also, Wählhebel der 6-Gang-Semiautomatik auf N und den Zündschlüssel gedreht, schon erwacht der Dreizylinder zum Leben. Zum Fortbewegen haben sie nun drei Möglichkeiten: Der bequeme Typ, drückt einfach den Knopf seitlich am Schalthebel und fährt im Automatikmodus los. Den Rest erledigt dann die Automatik. Für sportlichere Fahrer bieten sich die Optionen über den Getriebe-Wahlhebel oder die Schaltwippen am Lenkrad zur manuellen Gangwahl an. Im Stadtverkehr empfiehlt sich die manuelle Art des Schaltens, denn Gasgeben oder Wegnehmen interpretiert die Automatik mit Befehlen zum Schalten – und da verschluckt sie sich schon gerne mal und braucht ein paar Augenblicke, den richtigen Gang zu finden. Aber das ist einfach auch reine Übungssache: Nach einiger Zeit kommt man mit dem kleinen Cabrio schon harmonisch zurecht. Zwar hat sich im Verhältnis zum Vorgänger die Trägheit der Automatik stark verbessert und auch die ruckartigen Schaltvorgänge abgemildert, aber richtig gut ist es immer noch nicht.

Schlaglochsuchgerät?

Weniger harmonisch ist die Federung des fortwo. Auf der Vorderachse hat man bei kurzen Bodenwellen das Gefühl, als hätte man die Federn ganz vergessen. Die schlagen wirklich vehement ins Kontor. Wer geglaubt hat, Deutschlands Straßen seien eben, den belehrt der smart eines Besseren. Trotz einer gewissen Bockigkeit liegt der smart aber in Kurven doch recht gut, und man muss schon einiges veranstalten, um das serienmäßige ESP zum Eingriff zu nötigen. Die Bremsanlage bringt gute Verzögerungswerte, das Pedalgefühl ist in Ordnung und das ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung serienmäßig mit an Bord.
Geht’s aus dem urbanen Stammrevier des City Cabrios hinaus aufs Land, ist man auch hier gar nicht mal so schlecht dabei. Kurvige Landstrassen machen sogar Spaß – und genau den sollte man mit einem Cabrio auch haben.
Hier spielt natürlich der erstarkte Motor eine Rolle. Mit nun 61 PS (der Vorgänger hatte 50 PS) beschleunigt er auf Landstraßen auf Tempo 100 in 15,8 Sekunden – er ist so beinahe drei Sekunden schneller als der Vorgänger. Auch in der City muss man aufpassen, nicht zu schnell zu sein. Hier hilft der im unteren Geschwindigkeitsbereich in großen Stufen skalierte Tacho. Mehr Kraft heißt aber auch mehr Kraftstoff: So testierten wir einen Testverbrauch von 6,1 Litern, was effektiv fast ein Liter mehr ist als beim alten Modell (5,2 Liter).

Der Griff ins Portmonaie

Die Preise: Der Benziner ist ab 12.660 Euro zu haben, für die von uns gefahrene Pulse-Version legt man 14.060 Euro auf den Tisch. Ganz schön happig für ein zweisitziges Cabrio, auch wenn man in der Pulse-Version dann an einem Lederlenkrad drehen darf. Das Fehlen einer Klimaanlage kann man bei einem Cabrio verschmerzen. Wer nicht, kann, muss dann nochmals 300 Euro für die Passion-Ausstattungslinie drauflegen. Für sein Geld erhält man dann eine stylische, rollende Einkaufstasche mit Kultstatus, die auch noch Cabriovergnügen vermittelt.


Technische Daten

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