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Land Rover Defender
Runderneuerter Dinosaurier

Die sonst gängigen Regeln der Autoindustrie – Neuvorstellung, nach drei bis vier Jahren ein Facelift, nach sieben Jahren ein Nachfolger – gelten beim Defender nicht: Er ackert sich schon seit 50 Jahren durchs Gelände. Jetzt musste er allerdings gründlich aufgefrischt werden.

Wer sich an den Defender wagt, muss vorsichtig sein – weswegen die britische Autoschmiede immer wieder mal Hand angelegt hat (vor allem, um den Wagen über diverse Zulassungshürden zu heben), vor größeren Eingriffen aber zurückscheute. Jetzt musst es aber sein: Vor der Tür steht die Euro-4-Pflicht und das Verbot quer eingebauter Sitze in Neuwagen. Ab Frühjahr 2007 gibt es daher den neuen Defender.

Neuer Motor, neuer Antrieb, Euro 4

Neben der Umgestaltung des Innenraums ging es also vor allem um eine neue Antriebstechnik. Der 1998 eingeführte Td5 macht unter der nun leicht erhöhten Motorhaube Platz für ein erprobtes Triebwerk aus dem Nutzfahrzeug-Regal der Konzernmutter Ford (es ist ein Transit-Motor). Statt fünf Zylinder gibt es wieder wie bis 1998 deren vier, statt Pumpe-Düse- kommt Common-Rail-Technik zum Zug und statt des {mosaddphp:caof.php} hakeligen Fünfganggetriebes gibt es künftig eine Sechsgang-Box. Aus 2,4 Litern Hubraum schöpft der Grauguss-Motor mit Alu-Kopf 122 PS – genauso viel wie der Td5. Das maximale Drehmoment steigt aber von 300 auf 360 Nm (bei 2000 U/min). Mehr als 315 Nm stellt das Aggregat im für Geländefahrten besonders wichtigen Bereich zwischen 1500 und 2700 Touren bereit. Der neue Motor weist zwar ähnliche Daten aus wie der alte, doch in der Praxis wird er sich grundlegend unterscheiden, verspricht Land Rover. Der Motor sei leiser und laufe ruhiger und der Verbrauch niedriger. Und er erfülle die Euro-4-Norm.
Das neu entwickelte Getriebe besitzt eine enorme Spreizung – der Landy kann nun noch langsamer und kontrollierter durchs Gelände klettern. Gleichzeitig liegt das Drehzahlniveau bei hohem Tempo niedriger als beim Vorgänger.

Neuer Innenraum, neue Sitze

Gänzlich neu: die Rücksitze. Statt Querbänke hat der kurze 90er Defender nun zwei Einzelsitze im Fond, die bei Bedarf auch zur Seite geklappt werden können. Das gleiche Mobiliar findet man auch beim 110er als dritte Sitzreihe. Die Vordersitze bekommen längere Lehnen und verbesserte Kopfstützen. Viel Feinarbeit hat man am neuen Armaturenbrett geleistet. Die aus dem Discovery entnommenen Instrumente (endlich mit Drehzahlmesser) werden per LED illuminiert. Das oft kritisierte Heizungs- und Lüftungssystem wurde komplett überarbeitet. Es ist nun nicht nur besser bedienbar, sondern soll den Innenraum auch um 40 Prozent schneller erwärmen und im Sommer um sieben Grad besser kühlen. Traditionalisten werden vor allem eines vermissen: Die charakteristischen Lüftungsklappen unter der Frontscheibe blieben auf der Strecke – sie lassen sich künftig nicht mehr öffnen.

Übrigens: Der 4x4-Klassiker wurde 1948 vorgestellt und hat sich seither knapp 1,9 Millionen mal verkauft. Der Neue wird nun auf dem Pariser Autosalon vorgestellt.


 
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