Platz da! Ich kann nicht lenken…
Wir leben in einer Ellbogengesellschaft nach dem Motto: Jeder denkt an sich, nur ich denk’ an mich. Diese gesellschaftliche Haltung ist Alltag im Berufsleben und privat nicht selten zu beobachten. Auffällig ist es auch im Straßenverkehr.
Da wird offensichtlich nicht in den Rückspiegel geschaut, da wird nicht geblinkt (obwohl es schlicht DAS Verständigungsmittel zwischen Verkehrsteilnehmern ist), da wird keiner freundlich in die Lücke reingewunken, da rutscht man noch bei dunkelorange in die voll gestellte Kreuzung und behindert den kreuzenden Verkehr. Man kämpft um jeden Meter und sei es noch so sinnlos. Als ob der Sprit noch 64 Pfennige pro Liter kosten würde. Und dann die grassierende Coolness, seinen Machtanspruch noch offen sichtbar zu machen. Locker wird der Ellbogen auf dem Fensterbrett abgelegt – und sei die Gürtellinie des Fahrzeugs noch so hoch. Die Haltung muss manchmal geradezu wehtun, aber es ist ja so lässig. Nur eines machen sich die Ellbogenfahrer nicht klar: Sie demonstrieren ihre fahrerische Inkompetenz. Von denen hat vermutlich noch keiner ein Fahrsicherheitstraining mitgemacht. Also haben sie nie gelernt, wie man richtig sitzt, lenkt und bremst. Ellbogen-Deppen! Wenn sie ihr Fahrkönnen trainiert hätten, dann wüssten sie, dass man mit dem Ellbogen auf dem „Fensterbrett“ nicht lenken kann und eine schnelle Reaktion beim Ausweichen unmöglich ist, weil die Bewegung blockiert ist. Mein Tipp: Auf dem Standstreifen anhalten und nachdenken!
LD
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