Entwicklungspartner Michelin
Maybach rüstet als erster deutscher Hersteller in den Jahren 1930 bis 1939 das Modell Zeppelin exklusiv mit den exzentrischen Sicherheitsfelgen „Bibendum“ und Reifen von Michelin aus. Mit dem NSU Ro 80 schaffte Michelin bei den deutschen Pkw-Herstellern den Sprung in die Serie. 1971 verkaufte Michelin bereits über 246.000 XAS-Reifen an NSU. Meilenstein in der Erstausrüstung: Der Kässbohrer SETRA ist das erste deutsche Fahrzeug, das serienmäßig auf Michelin Pneus ausgeliefert wird.
Michelin ist heute bei vielen namhaften Nutzfahrzeug- und Pkw-Herstellern in Deutschland ein gefragter Erstausrüstungspartner. Als erster deutscher Hersteller setzte die Luxusmarke Maybach in den 1930er Jahren bei seinem Spitzenmodell „Zeppelin“ ausschließlich auf Michelin Pneus und die Michelin Felgen „Bibendum“.
Ausschließlich auf Michelin Pneus: der NSU Ro 80
Den Einstieg in die Erstausrüstung mit größeren Stückzahlen ebnete im Pkw-Bereich NSU. Der Automobilhersteller aus Neckarsulm stattete bereits einige Exportfahrzeuge für Frankreich mit Michelin Reifen aus. Die hohe Laufleistung und die exzellente Qualität der Pneus waren so überzeugend, dass der neue Ro 80 als erstes deutsches Serienfahrzeug 1967 ausschließlich auf Michelin XAS Reifen der Dimension 175-14 vom Band lief. Das über 180 km/h schnelle Fahrzeug war seiner Zeit weit voraus und beeinflusste die Automobilindustrie nachhaltig. 1971 verkaufte Michelin an NSU bereits 246.000 Reifen. Auch Volkswagen hatte die Qualität der Michelin Pneus erkannt und orderte im gleichen Jahr bereits 810.000 Reifen. Bei Daimler-Benz, Ford und Opel öffnete der Autokäufer die Tür zur Erstausrüstung: Die meisten Taxiunternehmen bestellten ihre Fahrzeuge mit den langlebigen Michelin X-Stopp Reifen – die Pneus hielten vier bis fünf mal länger als die Produkte der Wettbewerber.
Kässbohrer Setra S8 als Michelin Pionier
Der schwäbische Anhänger- und Bushersteller Kässbohrer war der erste deutsche Erstausrüstungskunde von Michelin im Nutzfahrzeugbereich. Der 1951 präsentierte Reisebus „Setra S8“ rollte ab Werk ausschließlich auf Michelin Reifen. Die hohe Qualität der Pneus und die außergewöhnlich lange Laufleistung sprachen sich in der Branche schnell herum – das Erstausrüstungsgeschäft für Busse, Lkw und Anhänger entwickelte sich zum Selbstläufer. Namhafte deutsche Hersteller wie Daimler-Benz, Krupp, Hanomag, Henschel, Faun, Magirus-Deutz oder MAN bestückten ihre Fahrzeuge nach und nach ab Werk mit Michelin Pneus.
Marktführer für Landmaschinen- und Baufahrzeugreifen
In den 1960er Jahren beschränkte sich Michelin in dem heutigen Segment „Landmaschinentechnik, Erdbewegungs- und Baumaschinen“ auf Bagger und Mobilkräne. 1968 revolutionierte Michelin mit der Einführung der Radialreifentechnik auch für Ackerschlepper und Baufahrzeuge den Markt. Die Pneus ermöglichen bis heute wesentlich größere Lasten und höhere Geschwindigkeiten. Die Ölkrise Mitte der 1970er Jahre verhalf den Radialreifen endgültig zum Durchbruch, denn die Pneus sinken in weichen Böden weniger ein und helfen so, den Kraftstoffverbrauch deutlich zu reduzieren. Mit Kunden wie Liebherr, Kaelble, Fendt, Faun, Deutz oder Wabco schaffte es Michelin zum Top-Zulieferer für Bau- und Landmaschinenhersteller – bis zum heutigen Tag ist Michelin Marktführer für Ackerschlepperreifen.
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