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50. Geburtstag einer Motorsport-Legende
Der Franzosen-Renner

Die Geschichte der Sportwagenschmiede Alpine ist eng mit zwei Namen verknüpft: Jean Rédélé und Renault. Der französische Rennfahrer träumte wie viele seiner Kollegen von der Entwicklung eines eigenen Sportwagens. Mit Renault hatte er einen starken Partner an seiner Seite, mit dem er sich diesen Traum erfüllen konnte.





Zu Beginn der 50er Jahre kam Rédélé auf den Gedanken, auf Basis des kompakten und äußerst robusten Renault 4 CV einen reinrassigen Sportwagen zu bauen. Das Ergebnis war der Renault 4 CV „Spéciale“, der 1952 sogleich einen Klassensieg bei der legendären „Mille Miglia“ errang. Bei der Fertigung der Karosserie experimentierte Rédélé in den darauf folgenden Jahren mit verschiedenen Verbundmaterialien wie glasfaserverstärktem Kunststoff, der später typisch für seine Fahrzeuge werden sollte. 1955 gründete er schließlich in Dieppe die „Société des Automobiles Alpine“. Der Name „Alpine“ erinnerte an den Alpenpokal, den der Franzose im Jahr zuvor gewonnen hatte.

Sieben Jahre später debütierte mit der A 110 einer der bedeutendsten Alpine-Sportwagen. Der Motor stammte – wie bei den Vorgängermodellen – von Renault. Das Fahrzeug konnte über das Händlernetz des weltweit agierenden Automobilherstellers bezogen werden, was der Manufaktur in Dieppe noch bessere Absatz- und Werbemöglichkeiten bot. Die A 110 erwies sich während ihrer fünfzehnjährigen Produktionszeit und darüber hinaus als absolutes Erfolgsmodell – sowohl auf der Rennstrecke als auch im alltäglichen Gebrauch. Mit der blauen Flunder gewann das Renault-Werksteam 1971 die legendäre Rallye Monte Carlo und sicherte sich obendrein noch den Titel in der internationalen Markenmeisterschaft. Zwei Jahre später wiederholte Renault mit der Alpine diesen Achtungserfolg und gewann die zum ersten Mal ausgeschriebene Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Mit der A 110 hatten die Werksfahrer 1973 insgesamt sechs von 13 Saisonläufen gewonnen und bei der „Monte“ und auf Korsika die ersten drei Plätze unter sich aufgeteilt.

Doch der zierliche Hecktriebler schrieb nur einige der vielen Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Alpine. Weitere Modelle wie zum Beispiel die A 310, Alpine V6 Turbo und die A 610 bereicherten in den folgenden Jahrzehnten die Produktpalette. Zudem feierte die Marke gemeinsam mit Renault viele weitere sportliche Erfolge, wie zum Beispiel 1978 den Gewinn des 24-Stunden-Rennens von Le Mans.

Durch die enge Verbindung zu Renault entwickelte sich das Unternehmen Alpine im Laufe der Jahre vom kleinen Familienbetrieb zum motorsportlichen Aushängeschild der Marke mit der Rhombe. Der ehemalige Renault-Chef Pierre Dreyfus brachte diese Allianz einmal treffend auf den Punkt: „Alpine ist Renault; Renault ist Alpine“, entsprechend gliederte der Automobilhersteller die Marke 1973 ein.

In Zusammenarbeit mit dem französischen Konzern war vieles möglich. So entstand in Dieppe beispielsweise auf Basis des Serienfahrzeugs Renault 5 eine sportliche und trotzdem alltagstaugliche Alpine-Version, die als „die frechsten dreieinhalb Meter der Welt“ bekannt wurden. Als reines Wettbewerbsgerät feierte der ebenfalls in der Normandie gefertigte Renault 5 Turbo legendäre Rallye-Erfolge und ging als „Backenturbo“ in die Geschichte des Motorsports ein.

Der Clio Renault Sport V6, der nach wie vor in Dieppe gefertigt wird, gilt als legitimer Nachfolger des Renault 5 Turbo. Auch seine sportlichen Brüder Clio Renault Sport 2.0 16V und Mégane Renault Sport 2.0 16V stammen aus der Fertigung in der Normandie. Alle drei bilden die Basis für erfolgreiche Rennwagen und schreiben damit die 50-jährige Alpine-Geschichte fort. Um die Sportwagenschmiede aus Dieppe wird es also noch lange nicht still.
LD

 

 
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