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Erste Ausfahrt: neuer Porsche Cayenne
Cowsense

Wie ein gutes Cowboypferd die Bewegungen eines Rindes vorausahnt, hat Porsche die Neigungen seiner Kunden vorausgeahnt und trotz Kritik im Vorfeld der Entwicklung den Cayenne auf die Beine gestellt. Er hat sich zu einer „Cashcow“ entwickelt und Porsche umsatzmäßig in eine neue Umlaufbahn gebracht. Nach vier Jahren Modellaufzeit haben die Zuffenhausener den Cayenne nun grundlegend überarbeitet.




Fahrbericht



Mit 45 Prozent Verkaufsanteil hat der V6 den höchsten Umsatzanteil in der Cayenne-Reihe - und bei ihm ist die Arbeit der Entwickler auch am Deutlichsten festzustellen. Den Motor, dessen Block noch immer auf dem VR6 von VW basiert, hat man von Hubraum her auf nun 3,6 Liter gebracht. Er leistet jetzt beachtliche 290 PS, das Drehmoment stieg auf 385 Nm. Diese Leistungssteigerung verdankt der Motor den neuen Piezo-Injektoren, die nun eine Direkteinspritzung erlauben. Diese Steigerung zeigt neben einer deutlichen Verbrauchsreduzierung in der Praxis - Porsche spricht hier von bis zu 15 Prozent - auch seine Wirkung bei den Fahrleistungen. Der Basis-Cayenne beschleunigt nun in 8,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erreicht eine V-max von 227 km/h (bisher 9,1 und 214 km/h). Bei der ersten Ausfahrt mit dem Cayenne überzeugte er mit einer seidenweichen Leistungsentfaltung, die so souverän ist, wie man das von einem Porsche erwartet. Die Abstimmung des knackig zu schaltenden Sechsganggetriebes ist ebenfalls prima gelungen.
Porsches neueste Errungenschaft ist das PDCC. Hier durften wir eine neue Abkürzung lernen: Sie steht für "Porsche Dynamik Chassis Control", also auf deutsch: Wankausgleich. Er ist eine optionale Ergänzung zum PASM, dem aktiven Fahrwerk des Cayenne, und verhindert durch zwei aktive Stabilisatoren die Seitenneigung der Karosserie in Kurven und im Gelände - was bei Buckelpisten sehr wirkungsvoll ist. Bis zu einer Querbeschleunigung von 0.65 G hält PDCC den Aufbau waagerecht. Dass nichts in die Senkrechte übergeht, verhindert natürlich die Fahrstabilitätsreglung von Porsche, die ebenfalls eine Weiterentwicklung durchlaufen hat. Wir konnten hier auch einen Vergleich mit dem Cayenne ohne Wankausgleich fahren, was uns sehr deutlich überzeugt hat. Das Geld dafür (3213 Euro) ist gut angelegt, erfordert aber auch den Haken bei der Option "Luftfederung" (2963,10 Euro).

Muskelprotz

Äußerlich zeigt der Cayenne nun, was er hat und wer er ist: Die Frontpartie wirkt muskulöser und dynamischer. Das ganze Gesicht ist nun Porsche-like. Auch der Heckansicht hat die Veränderung gut getan. Der Innenraum ist von Verbesserungen der auffallenden Art verschont geblieben - was gut ist, darf’s auch bleiben. Natürlich hat man auch die Brüder mitgeliftet: So leistet der V8 des Cayenne S mit seinen 4,8 Liter nun 385 PS, das Drehmoment wurde auf 500 Nm (bisher 420) angehoben. Dem Cayenne Turbo, der nun auch an zwei Sicken in der Motorhaube erkennbar ist, wurde mittels zweier Turbolader nun eine Leistung von 500 PS verpasst. Dies bedeutet aber gleichzeitig, nach nur einjähriger Bauzeit, den Tod des Turbo S.

Unter Brüdern

Für das Basismodell verlangt Porsche nun 43.474,79 Euro netto und das europaweit. Bei uns sind dann inklusive 19% MwSt. 51.735 Euro fällig.
Text und Fotos: Automagazin24.de


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