Fahrbericht
Ein Piep für alle Fälle
Es piept überall sobald man den Honda besteigt, das nervt, ist aber auch einer der sehr wenigen Kritikpunkte. Was sich da versucht mitzuteilen ist wohl die Gurtwarnung. Gerade eingestiegen und noch nicht einmal los gefahren nervt das Ding. Diese Warnung sollte doch erst nach dem Anfahren ansprechen.
Nichts desto trotz drehe ich den Zündschlüssel rum und erwecke den 2.2 Liter Diesel zum Leben. Im kalten Zustand bemerkt man schnell, nach welchem Verbrennungsprinzip hier geearbeitet wird. Ist der Motor aber warm hat man wohl den leisesten Diesel der Welt vor sich.
Auch wenn der Motor kaum hörbar ist, spürbar ist er dafür um so mehr. Vehement schieben die 140PS und 340 Nm Drehmoment die knapp 1,7 Tonnen Lebendgewicht vorwärts.
Dabei bleiben die Trinksitten relativ verhalten, gegenüber dem Vorgänger haben wir sogar eine deutliche Senkung des Verbrauchs verbuchen können. Genehmigte sich der alte CRV noch um die 10 Liter des guten Diesels so sind es beim neuen bei unseren Test lediglich um die 8 -9 Liter gewesen.
Zurückzuführen ist die Verbrauchsminderung auf die verbesserte Aerodynamik, der Motor blieb der gleiche.
Für die Kraftübertragung sorgt ein 6 Gang-Getriebe mit sehr präziser Führung und kurzen Schaltwegen.
Übertragen wird die Kraft normalerweise auf die Vorderräder, bei Bedarf schaltet die Hinterachse automatisch zu. Das funktioniert aber in der Praxis nicht so unauffällig wie man es sich wünschen würde, der CRV scharrt zunächst vehement mit den Vorderhufen, bis der Kraftschluß nach hinten erfolgt.
Eine Sperrfunktion für den Allradantrieb gibt es nicht.
Allerdings gibt es viele Neuerungen im CRV, Optional kann man nun das „Safety Paket“ bekommen. Das beinhaltet das Fahrerassistenzsystem CMBS, dies gibt eine Warnmeldung aus, sobald eine Kollision droht. Das System ist Bestandteil der Adaptiven Geschwindigkeitsregelung, also ein radargesteuerter Tempomat, übrigens einmalig in dieser Klasse. Zudem kommt noch ein Adaptives Kurvenlicht für die Xenon Scheinwerfer.
Serienmäßig hingegen ist ESP, das bei Honda mit dem Kürzel TSA ergänzt wurde. Das Kürzel steht für „Trailer Stability Management“ also Anhänger-Stabilisierungs Assistent.
Der Innenraum präsentiert sich hochwertig.
Die verwendeten Materialien fassen sich gut an und schmeicheln dem Auge. Bis auf den Handbremshebel im Stile der Schubkontrolle eines Passagierjets, sieht auch alles wie üblich aus.
Lediglich einige Tasten verwirren, so zum Beispiel der Knopf mit der Aufschrift „CMBS“ oder daneben „AFS“. Ohne Studium der Betriebsanleitung wird man wohl kaum darauf kommen, dass es sich um die Kollisionswarnung (Collision Mitigration Brake System) und mit lenkende Kurvenlicht handelt.
Das Kollisionswarnsystem kann übrigens noch mehr als nur warnen, im Falle eines drohenden Aufpralls strafft das System die Gurte und leitet selbständig eine starke Bremsung ein, aber nur falls der Fahrer nicht in Angemessener Zeit nach der Warnung reagiert.
Technische Spielereien und Helferlein gibt es im Honda wirklich viele, so auch die überaus praktische Rückfahrkamera.
Damit aber auch die Mitreisenden nicht zu kurz kommen, werden sie mit bequemen Ledersesseln und großzügigen Platzverhältnissen empfangen.
Der Kofferraum ist zweigeteilt, so kann man unten etwa einen Kinderwagen verstauen und oben das Gepäck.
Die Preise für den CRV I-CTDI beginnen bei 29.400 € unser Testwagen mit Vollausstattung schlug mit knapp 41.000 € zu Buche, ein stolzer Preis für ein stolzes Fahrzeug.
2.0 i-Vtec
CR-V 2.0 i-Vtec Automatik
Etwas für den gemütlichen Fahrer, der Benziner mit Automatikgetriebe
Diese Verbindung macht den CR-V zum gemütlichen Reisegefährt, hektische Betriebsamkeit quittiert er mit knurrenden Tönen aus dem Motorraum und einem kräftigen Schluck aus dem Tank. Zügige Fahrt wird mit ca 11,5 Liter Super pro 100 Kilometer in Rechnung gestellt. Am sinnvollsten nutz man bei ihm das ACC (Active Cruise Control) also den Radar gesteuerten Tempomaten. Mit ihm schwimmt man im Verkehr mit sicherem Abstand dahin, allerdings sollte man Überholvorgänge schon früh ansetzen, da das System sehr früh auf vorausfahrende Fahrzeuge reagiert. Hat er erst mal die Geschwindigkeit reduziert dauert es eine Weile, bis die Fuhre wieder in Schwung ist. Wer Andere möglichst wenig behindern will (doch, solche Fahrer gibt es auch) sollte da schon per Pedes auf dem Gaspedal eingreifen, zumal auch das Fünfgang-Automatikgetriebe nicht gerade zu den schnell und freudig schaltenden seiner Gattung gehört. Die 150 Benziner PS brauchen doch etwas das ganze in Schwung zu bringen. Ansonsten ein recht edles und bequemes Fahrzeug, das auch abseits asphaltierter Straßen zu gebrauchen ist, sofern nicht tiefe Rillen oder andere Gemeinheiten lauer, dazu reicht die Bodenfreiheit nicht aus.
Text und Fotso: Automagazin24.de

