Fahrbericht
Länge läuft und mit 4.55 m ist der Variant der Golfklasse deutlich entwachsen. Gut man erkennt schon noch die Gesichtszüge des Golf V, aber das war‘s dann auch schon mit der Verwandtschaft im Äußeren. Der Heckbereich könnte auch zu einem T-Modell gehören, die Seitenlinie ist unauffällig.
Wir fuhren den Golf Variant in der Sportline Ausstattung mit dem 170 PS leistenden TSI Motor und DSG.
So macht das Fahren Spaß
Der Motor zieht den Variant vehement aus dem Drehzahlkeller vorwärts, dank Sechsgang - DSG kann man das Schalten glatt vergessen. Zwar gibt es auch einen manuellen Modus, entweder über den Schalthebel oder über Paddel am Lenkrad, aber diese Möglichkeit wurde kaum genutzt. Wer etwas forscher fahren wollte, hat den Schaltknüppel halt auf die Stufe Sport gezogen. Ein Eingriff manueller Art war über den ganzen Testzyklus nicht nötig. Leider ist der Verbrauch nicht ganz so nieder, wie erwartet. Kraft braucht nun mal Kraftstoff und so standen im Testverbrauch doch 8,5 Liter Super in den Büchern.
Die Stärke des Variant ist natürlich seine „Belastbarkeit“. Bis zu 1550 Liter Ladevolumen stehen für den Transport von Gepäck und Hausrat zur Verfügung. Optional gibt es sogar eine umklappbare Beifahrersitzlehne und so lassen sich auch lange Gegenstände transportieren. Praktisch auch das Fach im Kofferraumboden. Dass die Rücksitze getrennt und voll umgeklappt werden können ist so selbstverständlich bei einem Kombi wie der dann ebene Ladeboden. Die maximale Höhe der geladenen Teile darf 83 Zentimeter sein, die Breite ist mit 1,02 Meter angegeben.
Es werde Licht
Als Sonderausstattung und für den Golf Variant Sportline sogar serienmäßig bietet Volkswagen ein neu konzipiertes Panorama-Schiebedach an. Mit einer Länge von 1,36 Metern und 0,87 Metern Breite überspannt die transparente Fläche einen Großteil des Innenraumes und sorgt so für eine lichtdurchflutete, freundliche Atmosphäre. Das Dach besteht aus zwei Hälften, von denen die Vordere hochgestellt und auch komplett geöffnet werden kann. Damit stets die volle Innenhöhe zur Verfügung steht, fährt das geöffnete Segment außen über den geschlossenen Teil des Daches. Vor zu starker Sonneneinstrahlung schützt eine elektrisch aktivierbare Jalousie.
So ist der Innenraum nicht nur freundlich, sondern auch bequem. Das Gestühl ist komfortabel und bietet auch guten Seitenhalt. Den braucht es auch, denn das Fahrwerk ist zum einen narrensicher, sportlich aber dennoch komfortabel, lässt jedoch auch gute Querbeschleunigung zu. Das ESP arbeitet unauffällig, aber sicher. Die Bremsen sind gut dossierbar und beißen kräftig zu. Instrumentierung und Bedienung ist VW-like, also okay, genauso wie die Verarbeitung und die Materialanmutung.
Auch den Mitfahrern in der zweiten Reihe wird außer ausreichendem Platz und Fußraum der heute übliche Komfort geboten.
Unfallverhinderer Nr. 1
VW bietet als Besonderheit nun auch das ESP mit Gespannstabilisierung an. Hier lassen wir VW selbst zu Wort kommen: „Serienmäßig ist auch der Golf Variant mit ABS und ESP samt integriertem Bremsassistenten (Dual Brake Assist) ausgestattet. Das ESP zeichnet sich durch eine Reihe spezieller Features aus, die sich unmittelbar positiv auf die aktive Sicherheit auswirken. Wird der neue Golf Variant mit Anhängerkupplung (zulässige Anhängelast gebremst: je nach Motorisierung zwischen 1.200 und 1.500 Kilogramm) bestellt, besitzt er eine integrierte Gespannstabilisierung.
Durch sie können die oftmals schweren Unfälle mit Anhängern schon im Ansatz verhindert werden.
Die Gespannstabilisierung ist eine Software-Erweiterung im Steuergerät des ESP, das einen großen Teil seiner Informationen vom sogenannten Gierratensensor bezieht.
Ein Anhänger, der zu pendeln beginnt, überträgt seine Impulse in einem typischen Profil mit einer Frequenz von weniger als einem Hertz über die Deichsel an das Zugfahrzeug. Das ESP-Steuergerät „fragt“ noch einmal nach, ob tatsächlich ein Anhänger gezogen wird – die Bestätigung dafür liefert die Steckdose an der Anhängerkupplung.
Für kurze Zeit werden die Impulse noch beobachtet, und wenn sie dann eine festgelegte kritische Schwelle überschreiten, erfolgt ein gezielter Bremseingriff des Golf Variant, um das Gespann zu stabilisieren.
Wie bei einer konventionellen ESP-Regelung am Kurvenlimit nimmt das Steuergerät Gas weg und leitet eine Bremsung ein, die höchst komplex abläuft.
Verzögert wird an allen vier Rädern, und zwar relativ zurückhaltend: zu Beginn mit 0,15 g, später, falls erforderlich, mit 0,3 g. Auch das sind nur etwa 30 Prozent des Möglichen, aber allemal genug. Die Entwickler wollen so vermeiden, dass mit einem heftig bremsenden Gespann der nachfolgende Verkehr gefährdet wird.
Der Stabilität zuliebe beginnt die Bremsung genau dann, wenn der Anhänger bei seiner Pendelschwingung die „neutrale“ Null-Lage passiert. Die Querkräfte, die er auf den Golf Variant schickt, gleicht das ESP-Steuergerät aus, indem es den Vorderrädern wechselweise unterschiedlich hohe Bremskräfte zuteilt. Bei einem Eingriff aus 100 km/h werden die Bremsen und das Gas in der Regel bei 70 bis 75 km/h wieder freigegeben – an diesem Punkt ist die sogenannte „kritische Geschwindigkeit“ unterschritten und das Gespann fährt wieder stabil.“
Ein wie mir scheint sehr wichtiges Feature, das die Bilder von zerstörten Wohnwagen und den verstörten Besitzern der Schrotthaufen, verringern hilft.
Ab sofort ist auch der TSI mit „nur“ 122 PS bestellbar, dieser Motor verzichtet auf den zusätzlichen Kompressorlader, der im 140 und 170 PS starken TSI zum Einsatz kommt.
Fazit:
Ein Volkswagen, der jede Menge Nutzwert bietet und den Spaß am Fahren trotzdem nicht zu kurz kommen lässt.
Ab 17.860 Euro ist der Golf als 1.4 Trendline erhältlich, für den von uns gefahrenen 1.4 TSI Sportsline mit Sechsgang DSG sind mindestens 27.300 Euro fällig
HJE/Automagazin24.de