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Fahrbericht: Jaguar XJ 2.7D Sovereign
Fährst du noch, oder reist du schon?

Nicht oft wird der Unterschied zwischen Fahren und Reisen so deutlich wie im Jaguar XJ 2.7 D Sovereign. Egal ob man das Gefährt selbst bewegt oder sich in ihm bewegen lässt. Ein herrschaftliches Gefühl breitet sich immer aus.







Fahrbericht


Platz ist auf den Rücksitzen reichlich,´man kann fast sagen überreichlich. Dass man auch ohne großen Einsatz der knappen Energie Ressourcen fürstlich unterwegs sein kann, zeigt der mit dem 2,7 Liter V6 Dieselmotor ausgestattete XJ. Dank der Aluminium Karosserie, bei deren Herstellung 120 m Klebstoff auf Expoxidbasis und 3180 Nieten Verwendung finden, ist selbst die Langversion noch 200 Kilogramm leichter als vergleichbare normale Limousinen in diesem Segment. Der 5,21 Meter lange XJ bringt 1700 Kg auf die Waage. Etwas knapp geschnitten ist nur der Kofferraum, aber der XJ ist ja auch keine Familienkutsche und das Gepäck dürfte da wohl unterkommen. Seine Domäne ist wirklich, sich von einem Chauffeur genüsslich von A nach B kutschieren zu lassen. Aber auch wenn man selbst fährt, dürfte der Streit um den Platz neben dem Fahrer wohl gar nicht entstehen, oder diesmal unter umgekehrten Vorzeichen, nicht wer darf, sondern wer muss vorne sitzen.
In den handgearbeiteten Ledersesseln der Rückbank sitzt es sich wirklich sehr bequem und Platz ist da ohne Ende. Dass der Jaguar serienmäßig luftgefedert ist, sollte hier doch auch gleich erwähnt werden. Wer das Entertainmentsystem geordert hat wird wohl eh nicht auf das Ende der Reise warten, sondern hoffen den Film noch zu ende zu sehen, aber auch mit dem serienmäßigen Klangsystem hat man schon fast Konzertsaalatmosphäre und kann so genüsslich den Klängen aus der Anlage lauschen.
Spezielle Scheiben sorgen für gedämpfte Wahrnehmung der Außengeräusche und auch der Diesel ist hervorragend gedämmt, so dass man Tempo 200 als angenehmes Reisetempo empfindet. Dieses Tempo fordert ja normalerweise seinen Tribut in Form der Tankrechnung, nicht so der Jaguar. Selbst bei Höchstgeschwindigkeit und forcierter Fahrweise waren nicht mehr als 10,1 Liter pro 100 Kilometer zu verbuchen, im Testdurchschnitt standen 8,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer auf der Uhr. Ein mehr als akzeptables Ergebnis beim Verbrauch.
Die Qualität bei der Verarbeitung hat sich nochmals verbessert und laut Aussage einiger Leser ist diese nun so, wie man sie eigentlich bei bestimmten Premium Modellen erwartet, aber nicht mehr bekommt. Ein Gespräch mit einem genervten Fahrer einer deutschen Premium-Marke die nicht in Bayern ihren Sitz hat, führte dazu, dass der Chef nun Jaguar fährt und der Prokurist, den der Chef eh nicht leiden konnte nun das Premium Auto fahren darf.

Auch beim Preis setzt sich Jaguar wohltuend von seinen Mitkonkurrenten ab, Der 2.7 XJ Sovereign steht ab 71.900 Euro beim Händler, dafür bekommt man oft nicht mal ein Modell der oberen Mittelklasse der deutschen Premiumhersteller, wenn man das Ausstattungsniveau mit einbezieht. Die Details hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, es empfiehlt sich das Studium der Preisliste.

Wer glaubt, die 207 PS des V6 Diesel würden aus dem Luxusliner eine lahme Krücke machen, dem sei gesagt, dass er sich irrt. 8,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 Km/h sind doch recht agil und 222 Km/h als Spitze mehr als ausreichend für komfortables Reisen.

Einziges Manko war ein Schalter für das ESP, der auf der Schaltkonsole angeordnet gerne mal versehentlich bedient wird. Sonst ist das Auto wirklich eine Überlegung und eine Probefahrt wert. Wer es dann noch nicht kauft, muss sich selbst gegenüber schon gute Gründe suchen.
HJE/Automagazin24.de

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