Fahrbericht
Der im hessischen Trebur entwickelte Mitsubishi Lancer hat ein etwas grimmiges Gesicht und schaut skeptisch aus seinen schräggestellten Scheinwerfer auf die Aufgaben, die vor ihm liegen. Diese löste er dann aber mehr bereitwillig als grimmig.
Wir fuhren ihn in der Invite Ausstattungsline, wobei die kleinen 16“ Räder doch etwas verloren wirken in den Radläufen. Die Intense Version verfügt über 18“ Felgen auf 215/45 Reifen, damit steht der Lancer stämmiger auf dem Asphalt. 143 PS mobilisiert der 1.8 Mivec Vierzylinder Benzinmotor des Lancer und gibt seine Kraft über ein akkurat und leicht zu schaltendes Fünfganggetriebe an die Vorderräder weiter. Er beschleunigt den Lancer in 9,8 Sekunden aus dem Stand auf die imaginäre 100 Km/h Marke. Die Spitze liegt bei 204 Km/h, die zu erreichen allerdings etwas Zeit in Anspruch nimmt. Bis ca. 190 geht es zügig, dann merkt man, das der Mitsubishi gegen die Fahrwiderstände ankämpft.
Dabei ist der Motor aber mit seiner Geräuschentwicklung erst im oberen Bereich des Drehzahlbandes akustisch präsent, aber nicht aufdringlich. Für Außenstehende allerdings gibt er einen sportlichen Klang aus dem verchromten Endrohr ab. Er dreht von unten heraus sehr gut hoch und harmoniert mit dem Getriebe.
Beim Verbrauch ist er allerdings nicht ganz so zurückhaltend wie bei der Geräuschentwicklung. Konstant 100 Km/h quittiert er zwar nur mit 6.3 Liter, aber gibt man Gas liegt man bei einem Testverbrauch von 11,4 Litern Super Benzin.
Dieselpower
Ganz anders hier der 2.0 Di-D Pumpe-Düse Diesel aus dem VW-Regal mit 140 PS. Er ist beim Starten etwas laut, beruhigt sich aber dann beim Erreichen der Betriebstemperatur. Kurze Zwischenspurts erledigt er deutlich agiler als der Benziner und zieht auch besser bis zur Endgeschwindigkeit hoch. Diese liegt bei 207 Km/h, die obligatorische Beschleunigung von 0-100 Km/h erledigt der Diesel marginal besser als der Benziner, so vergehen hier nur 9,6 Sekunden bis die Marke durcheilt wird.
Das Sechsganggetriebe ist genauso vorbildlich zu schalten wie das Fünfganggetriebe des Benziners und gut auf die Motorcharakteristik abgestimmt. Auch beim Verbrauch hält sich der Diesel vornehm zurück, eine Testverbrauch von 6,9 Litern spricht für sich.
Beiden gemein ist die exakte und leichtgängige Lenkung. Der Instyle lenkt dank seiner breiteren Bereifung etwas spontaner ein, allerdings macht sich das Mehrgewicht von über 100 KG auf der Vorderachse doch etwas mit schieben bemerkbar. Sonst aber macht er Spaß bei der Kurvenhatz über die Landstraßen. Ein durchaus sportlicher Familientransporter, auch die Abstimmung geht in diese Richtung, vermeidet dabei aber unnötige Härte des Fahrwerks. Die Bremsen sind festzugreifend, dabei aber gut zu dosieren. Agiles Handling ist beim Lancer angesagt.
Der Innenraum ist sauber verarbeitet. Hochwertig anmutende Materialien die griffsympathisch sind, komfortable Sitze mit ausreichendem Seitenhalt. Vorne fast wohnzimmertauglich, aber auch auf den Rücksitzen haben die Passagiere eine bequeme Mitreisegelegenheit. Das Instrumentarium ist klar gezeichnet, die Bedienung deutlich und ergonomisch angeordnet. Ausreichend Platz für die Utensilien die man so mit sich schleppt ist selbstverständlich.
Der Kofferraum mit 400 Litern ist nicht Klassenprimus aber doch für das normale Reisegepäck ausreichend. Der Kofferraum ist nur von Innen oder mit der Fernbedienung zu Öffnen. Ein Griff dafür? – Fehlanzeige, erst mit dem Keyless Go System hat man einen Kontaktdrücker zum Öffnen auf der Heckklappe außen. Natürlich kann man die Rücksitzlehnen umklappen und so den Kofferraum beträchtlich erweitern.
Das Rockfort Fosgate Audi System ist schon sehr gut, auch das Navi lässt keine Wünsche offen. Offen bleibt dagegen der Wunsch auch in einer Zone 30 Km/h den Tempomaten benutzen zu können. Der Lancer ist ab 19.250 Euro erhältlich, so richtig Freude kommt dann mit dem Instyle ab 25.750 Euro auf.
Fazit:
Ein recht komplettes Auto mit sportlicher aber familienfreundlicher Auslegung zu einem fairen Preis.
HJE/Automagazin24.de