2000 Kilometer durch Deutschland
Es geht um nicht weniger, als die größte Oldtimer-Rallye Deutschlands, einen achttägigen Marathon: 75 Jahre nach der ersten Fahrt unter dem Titel „2000 Kilometer durch Deutschland“ fand in diesem Jahr die 20. Neuauflage als Oldtimer-Rallye statt. Gleichzeitig war das eine Premiere. Denn nach der Rallye im letzten Jahr wechselte die Organisation. Günther Krön hatte den Staffelstab an Horst-Dieter Görg und Lars Döhmann weitergegeben. Die Neuen hatten sich damit eine schwere Bürde zwischen Tradition und Erneuerung eingehandelt und sich zusätzlich das Leben schwer gemacht. Um Teilnehmern den Einstieg zu erleichtern, gab es Hannover als Vorstart-Ort. Von der niedersächsischen Landeshauptstadt führte eine Voretappe an den eigentlichen Startort in Düsseldorf.
In der Ruhrmetropole gibt es die einzigartige Automeile am Höherweg. Neben Zulassungsstelle und DEKRA-Station sind dort 22 Autohäuser wie beispielsweise der VW-Händler Gottfried Schulz versammelt. Im Laufe des Samstags, dem 12. Juli trafen hier nicht nur die Hannover-Starter ein, sondern auch die anderen der insgesamt rund 100 Teilnehmer. Dazu kamen einige hundert Gastoldtimer, nebenbei hatte die 2000-Kilometer-Organisation auch zu einem Teilemarkt eingeladen.
Das edle Starterfeld versammelte 30 verschiedene Auto- und Motorradmarken und nicht zuletzt auch einen veritablen Oldtimer-Bus von SETRA. Die Teilnehmer aus neun verschiedenen Nationen fuhren am Sonntagmorgen an der Automeile Höherweg ab 8 Uhr im Halbminutentakt los - in Richtung Köln zur ersten Durchfahrtskontrolle bei den Ford-Werken – der ersten von gut 80 Stationen auf der achttägigen Fahrt. Über kleine und kleinste Landstraßen bewegte sich der historische Tross zur Mittagspause im malerischen Traben-Trarbach an der Mosel. Bis zum Ende des ersten Tages gab es keine Ausfälle bei den bis zu 87 Jahre alten Fahrzeugen. Mit der Startnummer 1 fuhr die Berliner Opel-Händlerin, eine erfolgreiche Rallye-Amazone Heidi Hetzer auf Hispano Suiza H6 von 1921. Mit einem kurzen Besuch im Carl-Benz-Museum von Winfried Seidel in Ladenburg klang der Tag langsam aus, denn bis zum Etappenziel Mannheim war es auch für den Volvo 66, das jüngste Teilnehmerfahrzeug von 1978, nicht mehr weit.
Weitere Museen, die während der Tour besucht wurden, waren das Mercedes-Museum in Stuttgart, Audi in Ingolstadt, BMW in München, Horch in Zwickau und schließlich noch die Museumseisenbahn in Köpenick. Zu den Highlights zählte sicher auch das Freie Fahren auf dem Hockenheimring – welch Augen- und Ohrenschmaus, so einen Bentley 4 1/2 Litre auf der letzten Rille um die Kurve dampfen zu sehen!
Den 2000 Kilometer durch Deutschland des Jahres 2008 war das Wetter weitgehend wohlgesonnen – vier Tage schob man das schlechte Wetter vor sich her, bis man schließlich doch ein paar Tropfen aufs Haupt bekam. Aber so richtig nass sollte es erst nach der Zielankunft unter dem Expo-Dach der Messe Hannover werden, wo Organisator Lars Döhmann jedes Teilnehmerfahrzeug begrüßte und beglückwünschte für die tolle Leistung. Über 2200 Kilometer waren 95 von 98 Teams auf eigener Achse in der Woche gefahren. Die entscheidenden Defekte: von einer streikenden Zündspule bis zum kapitalen Kolbenbruch. Als die meisten im Ziel waren, kam ein Wolkenbruch.
Am Ende siegte eines von zwei teilnehmenden Motorrädern: Das Ehepaar Margot und Hans Cramer aus Bergisch-Gladbach auf Horex Imperator sammelte die meisten Wertungspunkte aus DK-, Zeit- und Strafpunkten. Auch sie sollte der Regen nach dem Oldtimer-Frühschoppen mit Siegerehrung auf der Rückfahrt treffen – hart war es auch für den holländischen Fahrer Ton Stoffelen, der im völlig offenen Burton von 1963 komplett gebadet zuhause ankam. Aber sie haben für nächstes Jahr eine erneute Teilnahme fest ins Auge gefasst. Da geht es von Hannover bis zum Bodensee und nach einem Abstecher in die benachbarten Niederlande ins Ziel nach Düsseldorf, Termin: Einchecken am 4. Juli bis zur Siegerehrung am 11. Juli 2009.
LD
Weitere Informationen unter www.2000km.com.
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