Bericht
Im Stadtverkehr hatten wir sogar eher den Verbrauch eines 4-Zylinders.
Zunächst muss man sich aber auf die Hybridgeschichte einlassen, denn man sollte seine Fahrweise doch ein wenig dem Funktionsprinzip angleichen.
im Klartext also nicht mit unnütz stark durchgetretenem Gaspedal von einer Ampel zur nächsten hetzen. Wer in der Stadt nur mit leichtem Druck auf dem Gaspedal fährt, sieht als Rückmeldung auf dem Bildschirm, der den jeweiligen Antriebsmodus anzeigt, dass eine ganze Weile nur die Elektromotoren für Vortrieb sorgen. Das gilt für das Anfahren genau so wie für den benzinfressenden STOPandGO Verkehr.
Lässt man den Hybrid einfach rollen hilft das die Batterien zu laden. Der Benzinmotorist dann aus und nur der Generator läuft mit und erzeugt leise säuselnd Strom für den nächsten Einsatz der E-Motoren. Noch ruhiger kann man dann nicht fahren, wo kein Benzinmotor läuft da ist auch kein CO2 Ausstoß und kein Lärm. Fußgänger muss man zwar ab und an durch kurzes Antippen der Hupe darauf aufmerksam machen das man anrollt, teils erschrocken aber stets erfreut schauen sie ungläubig den „weißen Riesen“ an
Genauso ergeht es einem auch beim Start. Wer noch nie ein Hybridfahrzeug gefahren hat, wird wohl den Zündschlüssel rumdrehten und dann wieder aus und wieder an machen und auf das Starten des Motors hoffen. Weit gefehlt beim Lexus, den er verwendet zum Start immer den E-Motor, sodass nur die Instrumente verraten das Fahrzeug „ready for use“ ist
Angezeigt wird das durch ein „Ready“ Symbol an der Stelle an der normalerweise der Drehzahlmesser sitzt, hier wurde eine KW-Anzeige verbaut die bis 200KW reicht und sich erst bewegt wenn der Otto-Motor zuschaltet. Der schöpft aus 3,3 Litern Hubraum 155KW/211PS.
Zusammen leisten Elektro- und Ottomotor dann 200Kw / 272 PS und beschleunigen das SUV in 7,6 Sekunden auf 100 km/h, bei 200 km/h wird aber dem Elektromotoren zuliebe abgeregelt.
Wir haben allerdings versucht diese KW Anzeige bei null zu lassen, wenn man sich anstrengt gelingt das in der Stadt relativ häufig. So lag unser Verbrauch dann letzten Endes zwischen 7,9 im reinen Stadtverkehr und knapp 9 Litern mit Überlandpassagen.
Der RX400h verfügt über zwei Elektromotoren, der eine wirkt an der Vorderachse und macht die meiste Arbeit, der zweite wirkt auf die Hinterachse, hat aber nur unterstützende Funktion.
Hier ist auch die Achillesferse des hybriden SUV zu suchen, beim vollwertigen Allradantrieb ist nämlich Fehlanzeige. Daher reißt der Lexus bei starkem Beschleunigen auch gern am Lenkrad.
Der höhere Überland-Verbrauch hängt damit zusammen, dass die Hybrid Unterstützung bei höherem Tempo nicht mehr voll gegeben ist. Was jedoch aktiv zur Benzineinsparung beiträgt, ist die Tatsche, dass der Ottomotor bei rollendem Fahrzeug einfach abgeschaltet wird und die Rekuperation läuft, also Energie Rückgewinnung nach dem Prinzip eines Dynamos.
So lag der Verbrauch nach einer Strecke von 500 km reiner Autobahnstrecke bei knapp über 10 Litern. Andere SUVs in der Klasse schaffen es nicht unter 12l Diesel. Über die Benziner breiten wir das gnädige Tuch des Schweigens.
Aber während die Urbanisierung der Menschen in immer größeren Schritten abläuft werden Autobahn- oder Überlandfahrten zur Nebensache, laut einer Studie entfallen 47% des Verkehrs auf den Stadtzyklus. Lexus ist mit dieser Kombination, denn Umweltbelastung entsteht zum größten Teil in den Städten oder in den Staus auf Autobahnen, den richtigen und zukunftsweisenden Weg gegangen. Hoffen wir nur, dass die bisher verschlafen Starts der deutschen Automobilmarken gleiche oder noch umweltschonendere Fahrzeuge für Jedermann serienreif machen. Um auf den angesprochenen CO² Wert zu sprechen zu kommen, 192 g/km sollten wohl in Ordnung gehen, ein vergleichbarer VW Touareg mit V6 Benziner schleudert da schon 317 ein V8 Modell sogar 329 g/km in die Umwelt.
Umweltschonung heißt aber nicht, dass man auf Luxus verzichten muss. Beim RX400h ist alles an Bord was man sich nur wünschen kann. Vom mit lenkenden Xenon über ein Navigationssystem bis hin zum Leder ist alles da. Ein nützliches Gimmick ist die elektrisch zu bedienende Heckklappe, mögen sie manche als Spielerei abtun fanden wir sie recht praktisch, besonders, wenn man die Hände voll hat.
Auch wenn der RX400h mit Elektronik vollgepackt ist, geht die Bedienung leicht von der Hand, ums Licht kümmert sich genauso ein Sensor wie um die Scheibenwischer und die Abblendung aller Rückspiegel im Bedarfsfall. Wer manuell nachregeln will kann dies natürlich konventionell über die Lenkstockschalter tun.
Die Sitze haben, vor allem im Fond Clubatmosphäre und sind auch auf langen Strecken sehr bequem.
Wer auf der Hybridwelle mit schwimmen will, kann das zwar schon ab 21.150 Euro mit dem Prius, wer aber ein SUV sein Eigen nennen mag, muss mindestens 51.500 Euro für den RX400h anlegen.