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Fahrbericht: Seat Ibiza 1.2 12V
Neuer Besen

Der neue Ibiza sollte als neuer Besen im Konzern, besser kehren als der Alte. Da wird er es schwer haben, den schon der war in seine Klasse ein gutes Auto. Gehen wir also auf die Suche, was der Neue besser kann.









Fahrbericht

Nun die etwas kindlichen Formen mit ihren Rundungen sind der strengeren kantigen Linie gewichen. Zum Glück hat man bei Seat darauf verzichtet dem Ibiza ein „Großmaul“ zu verpassen, sondern einen netten lächelnden Mund, der allerdings etwas im Widerspruch steht zu den grimmig anmutenden Augen, sprich Scheinwerfern. Der Ibi hat eigentlich keinen Grund grimmig zu Schauen, dadurch wird er auch kein Überholprestige bekommen. Apropos Prestige, das dürfte Seat Käufern eh ziemlich egal sein, was sie wollen, ist ein Auto, und zwar eins, das sie sicher, bequem und kostengünstig von A nach B bringt. Und das ist der Ibiza allemal. Das er dabei noch gut aussieht, ohne aufzufallen ist ein schöner Nebeneffekt. Nun eins braucht der neue Ibiza sicher, mehr Platz beim Parken, denn er ist gewachsen. Nicht über Gebühr aber eben doch. Dies kommt vor allem dem Kofferraum zugute, er fasst nun Einiges mehr als der alte. 292 Liter passen in das Apartment für die Koffer, bei umgeklappten Rücksitzlehnen 623 Liter, Dach hoch beladen sogar 938 Liter. Die Rücksitzlehnen sind umklappbar, aber leider nicht geteilt. Man benötigt auch zwei Mann oder einmal rein kraxeln, um die Arretierung zu lösen. Was man sich dabei wohl gedacht hat?

Ansichtssache

Aber meist erlebt man ja sein Auto von Innen und da hat sich einiges getan. Die Materialien sind für das Segment ganz okay. Die Verarbeitung lässt auch nichts zu Wünschen übrig Der Sitzkomfort auf den nun etwas tiefer liegenden Sitzen hat sich deutlich gesteigert, aber auch der Kopfraum ist luftiger und höher geworden. Der Armaturenträger wirkt eher nüchtern und kühl. Die beiden Hauptinstrumente, der Tacho und der Drehzahlmesser sind nach Einschalten der Beleuchtung des Ibiza gut ablesbar, ohne Licht eher nicht. Hier wirkt sich die Anordnung in zwei Höhlen negativ aus. Das Fahrerinformationszentrum in der Mitte informiert mit roten Zahlen über das Wichtigste, eine Verbrauchanzeige fehlt allerdings, genauso wie eine Motortemperaturanzeige. Als Fahrer der alten Schule vermisst man die doch etwas, aber anscheinend sind die Ingenieure der Meinung, der Motor hält das aus, auch ohne warm gefahren zu werden. Oder war‘s ein Kontroller?
Das Lenkrad ist griffig und liegt gut in der Hand, wenn auch die Lenkung wenig Rückmeldung über die aktuelle Fahrsituation gibt. Dafür ist sie aber leichtgängig. Der Ibiza fährt sich etwas gefühllos um die Ecken, das Untersteuern, das erst spät eintritt, wird vom ESP knatternd im Griff gehalten. Das sportlich ausgelegte Fahrwerk meldet Unebenheiten der kürzeren Art durch ein Poltern an der Hinterachse, sonst steckt die der "Ibi" ganz gut weg.
Überhaupt lässt er sich sportlicher bewegen als die Leistungsdaten des Motors vermuten lassen. Im unteren Geschwindigkeitsbereich zieht der Ibiza ordentlich mit, was wohl dem knackigen Fünfganggetriebe zuzuschreiben ist. Mit 163 Km/h Höchstgeschwindigkeit und einem Sprint von 15 Sekunden auf 100 Km/h kommt man ganz gut zurecht. Man hat ja auch eher ein Vernunftauto gewählt als eine Sportskanone.
Der Sitzkomfort auf den Vordersitzen ist gut, die Seitenführung der Sessel ausreichend und die Verstellbarkeit hilft mit, eine optimale Sitzposition zu finden. Dabei ist auch das vertikal und achsial verstellbare Lenkrad sehr hilfreich. Für die Hinterbänkler bleibt auch der Neue Ibiza ein Kleinwagen. Der Fußraum ist großzügig, aber ab 175 wird es um den Kopf herum doch eng. Ab 180 cm bleibt nur die gebückte Haltung mit eingezogenem Kopf. Auch die Nackenstützen im Fond sind für größere Personen nicht weit genug ausziehbar.
Über den Einbau eines Kindersitzes in den Ibiza informiert sie unser Familienportal Familylife24.de
Wir hatten den Einstieg in die Ibiza Welt im Test, den Dreizylinder 1,2 Liter Benziner mit 70 PS. Kein berauschender Motor, aber durchaus genügend Kraft um flott mit zu fahren im Verkehr.
Beim Verbrauch hält er sich auch zurück, den Testverbrauch haben wir mit 8,41 Liter Super ermittelt. Er lässt sich aber auch durchaus mit einer 5 vor dem Komma bewegen. Seine Geräuschentwicklung hält sich in Grenzen, auch die Fahrgeräusche brüllen einem nicht die Ohren zu.
12.490 Euro fragt Seat für den Ibiza in der Basisversion als Reference nach die nächste Ausstattungsstufe liegt dann bei 14.160 Euro für den Stylance. Das wäre die Version, die ich empfehlen würde, sie bietet doch einen erheblichen Mehrkomfort, ohne überkandidelt zu sein.
HJE/ Automagazin24.de


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