 Ein Ami in Europa
In den Staaten ist die Verbindung einer Limousine mit einem Diesel nicht unbedingt gefragt. Bei uns in Europa hingegen schon. So blieb es nicht aus, dass nun auch Chrysler sein Topmodell mit einem Diesel liierte. Was dabei herauskam, ist der 300 C CRD, den wir einem ausgiebigen Praxistest unterzogen haben.
Das Dieselkraftwerk
Der V6 3.0 ist ja schon bekannt aus den Mercedesbaureihen, wenn man ihn auch in der Leistung etwas dem 300 C angepasst hat. Er leistet im CRD 218 PS (Mercedes 232PS) und gibt diese Leistung über eine 5- Gang Getriebeautomatik an die Hinterräder ab. Diese schaltet zwar soft und schnell und lässt aber bei der Dosierbarkeit die 7 G-Tronic schon vermissen. Mit Ihr hat man aber das Vergnügen den kräftigen Schub des Motors über einen etwas längeren Bereich zu genießen. Der nur 208 Kilogramm leichte V6 Dieselmotor mit Partikelfilter und Euro 4, hat sein maximales Drehmoment von 510 NM schon bei 1600 U/min anliegen.
Oberklasse oder doch nicht?
Nun Chrysler selbst sieht den 300 C als Modell der oberen Mittelklasse und geht man vom Preis aus, den 300 C CRD gibt es ab 36.500.- €, ist er das auch. Eine sehr komplette Ausstattung und eine kurze Aufpreisliste machen es schwer den Chrysler auf über 40.000.- € zu bringen. Hier beginnt bei manchem Mitbewerber erst der Basispreis, den Endpreis kann man locker auf fast das Doppelte bringen. Der 300 C kostet in Vollausstattung 44.500.-€ und da hat man wirklich alles an Bord, von Walnuss Wurzelholzeinlagen über das Lederlenkrad und Ledersitzen über Akustik -und Navigationsystem bis hin zur elektrisch verstellbaren Pedalerie.
Rambo lässt grüssen.
Etwas erinnert der 300 C schon an die derzeitige Linie der Politik in den USA.
Trutzig und martialisch steht der Chrysler auf seinen Reifen, der Bug wirkt wie die Umweltpolitik von GWB, „was kümmert mich Verbrauch“, dabei ist der Diesel doch alles in allem umweltfreundlich. Die hohe Seitenlinie und die kleinen Glasflächen lassen die Assoziation mit einer Burg durchaus zu. Und so fühlt man sich auch im Innenraum, geborgen und sicher. Zur Fahrsicherheit trägt Chrysler mit allen zurzeit gängigen Features bei, von ABS bis ESP ist alles an Bord.
Die Anmutung des Innenraums hat sich weit entfernt vom klassischen „american Barock“ und sich dem europäischen Geschmack angenähert.
Der 300 C macht auch lange Trips zum Vergnügen.
Platz hat man auf allen Sitzen reichlich, auch das Gepäck dürfte keine Probleme bieten, ist der Kofferraum doch klassenüblich. Hier ist leider nur die Öffnung bei umgeklappten Rücksitzen etwas klein geraten, die üblichen Ikeamasse werden nicht erreicht.
Fazit
Ein Auto für preisbewusste Käufer der oberen Mittelklasse, die dann noch dazu den Mehrwert der Seltenheit erweben. Mir hat er gefallen.

Technische Daten, Preise und Ausstattung (pdf)
Homepage Chrysler
GebrauchteChrysler 300 c bei::
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