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Fahrbericht: Mini Cooper Clubman vs. Cooper Works
Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Ein Mini kann sein wie Dr. Jekyll, anständig und lieb.  John Cooper Works zeigt jedoch, dass das auch anders geht. Mr. Hyde in Form des Mini John Cooper Works. Als Pendant fuhren wir den Mini Cooper Clubman.





Bericht


Der Mini ist Kult, er hat wenig bis gar keine Konkurrenz zu fürchten. Allenfalls ein Suzuki Swift in der Sportversion kommt ihm vielleicht nahe, aber ohne hier am Kultstatus auch nur zu kratzen. Was hätten wir denn noch in der Klasse der kleinen Flitzer? Den Fiat 500, der könnte sich neben dem Mini behaupten, spielt vom Image her in einer anderen Klasse, erringt sich aber auch kultigen Lorbeer. Nach diesem kurzen Ausflug in die Welt der anderen, zurück zum Mini
Die Innenräume beider zeigen die gleiche Detailverliebtheit, die von einem Mini zu erwarten ist. Hochwertige Materialanmutung  und gute Verarbeitung weisen hier auf den  Premiumanspruch des Minis hin.. Die Positionierung des Lautstärke- und des Senderreglers bedarf einer Überarbeitung. Im Großen und Ganzen findet man sich schnell zurecht.
Ein wichtiges Novum sind beim Clubmann die Kofferraumtüren und die zusätzliche Tür auf der Beifahrerseite.
Alle sollen Praktikabilität vermitteln doch es bleibt leider beim optischen Anschein. Die hintere Tür hat Ihre Daseinsberechtigung, erleichtert sie den Zugang zur Rückbank doch ungemein. Zwei Türchen für einen Mini Kofferraum erscheinen wirklich übertrieben.
Die geteilten Türen die eine Reminiszenz an den alten Mini Clubman, der 1983 eingestellt wurde, sein sollen gestalten eher optischen denn praktischen Nutzwert. Der Mittelsteg befindet sich genau im Rückspiegel. Um etwas Kleines in den Kofferraum zu legen reicht es eine der Türen aufzuklappen, für größere Gegenstände - umständlich - beide. Der Blick in den Kofferraum ist Enttäuschung pur. Er wirkt gerade zu winzig im Vergleich zur Erwartung, die zwei Türen wecken. Mit 280 Litern Volumen sind das zwar immerhin 120 Liter mehr als ein Standard Mini hat, wirklich viel ist das aber nicht. Er zählt halt zu den Lifestylekombis, wenn auch auf der kleinsten Basis.
Aber genug gemeckert, der Mini Clubman ist trotzdem ein waschechter Mini, was als Synonym für Flink und Go-Kart-Feeling zu verstehen ist. Auf Knopfdruck lässt sich das Ganze durch eine aggressivere Kennlinie des Gaspedals und einer noch direkteren Lenkung noch steigern. Sport steht auf dem Knopf und Sport ist auch drin. Der Clubman Cooper wird von einem 120PS leistenden 4-Zylinder Benziner angetrieben. Dessen Leistung wird mittels 6 Gang Getriebe, auf die Vorderräder übertragen. Beim Schalten fallen die angenehm kurzen Schaltwege und der knuffige Mini Schaltknauf positiv auf.
Leider werden die 120PS nicht mehr mit  670 kg Leergewicht, wie beim Urmini, konfrontiert sondern eher mit dem doppelten. Als Trost: man hat, zumindest vorn, Komfort und relativ gute Platzverhältnisse. Das Trinkverhalten des kleinen ist der Größe angemessen, zwischen 7 und 9 Litern je nachdem wie hoch der Stadtanteil ist sind durch aus drin.
Soweit so gut, Überraschungen hat man vom zivilen Mini also nicht zu erwarten.

Auftritt Mr. Hyde.

In Form des Mini John Cooper Works kann man zwar nicht vom „bösen Ich“ des normalen Minis sprechen, aber vom kompromisslosen Bodybuilder. Das trifft es wohl eher.
211PS, eine kräftige 17“ Bremsanlage an der Vorderachse, schicke 17 Aluräder sowie eine Verspoilerung rundum und eine fast schon dreckig klingende Auspuffanlage kennzeichnen den Mini in der „Works“ Variante.
6,5 Sekunden vergehen bis die Tachonadel die 100 km/h Marke überschritten hat. Schluss ist bei 238 km/h. Große Limousinen aufgepasst, die Lichthupe ist ernst gemeint!
Wir haben das Potential auf der Rennstrecke ausgelotet, genauer auf dem Sachsenring. Für den Mini genau der richtige Kurs, da hier perfektes Kurvenhandling mehr zählt als Höchstgeschwindigkeit.
So zeigt der Mini allerdings auch dass man mit ihm driften kann ohne die Handbremse zu ziehen.
Kurve anfahren, hart  rein bremsen kurzer Ruck am Lenkrad und das Heck schiebt sich schön kontrollierbar rum. So macht Mini Fahren noch mehr Spaß.
Selbst ein Heckgetriebener Jaguar XK-R sieht Fahrfreudetechnisch blass neben dem kleinen aus.
Allerdings sollte man bei dieser Fahrweise Sportsitze an Bord haben, die normalen Mini Sitze haben viel zu wenig Seitenhalt. Das erweckt den Eindruck, als würde der Fahrer mit dem Fahrzeug kämpfen. Im Großen und Ganzen fallen die Unterschiede zum normalen Mini im Innenraum nicht gravierend aus. Selbst der Sport Knopf findet sich auch hier, nur dass der zusätzlich auch ein Soundtuning vornimmt, zu hören ist das in unserem Video.
Der Verbrauch lag bei erstaunlich niedrigen 8,4 Litern, auf der Rennstrecke waren es ca. 10,5 Liter.

Nun bleibt nur noch der Preis, für einen Mini Cooper Clubman muss man mindestens 19,900 Euro und für einen Mini Cooper Works sind es mindestens 27.700 € die man dem Händler mitbringen muss.


Video

Bilder




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